Samstag, 9. Juni 2012

short break from alptime

endlich internet und dann hab ich das stromkabel vergessen, so ein mist...

 aber da fiel mirt grad noch ein, dass ich ja noch ein altes Kabel hier im Dorfzimmer umherliegen hatte;=))))




 alp, nun also doch....kaum noch geglaubt, dass wir jemals hochgehen. der bauer gestresst, angeschlagen bis schwerkrank und nicht annähernd gut organisiert. dennoch, er hat gute "kollegen" und eine frühere hilfe aus zürich kam auch angereist. die 20jährige hat sich dann auch gleich mächtig ins zeug gelegt und siehe da, ich hab mich schnell wiedererkannt. genau so war ich vor über 20 jahren bis vor kurzem auch: immer vorn dran und die anderen fast umrennen. ich kann sicher noch genauso mit anpacken, muss aber nicht mehr ständig im vordergrund stehen und hier oben, wo sovieles für mich neu und manches auch unlogisch bis unverständlich ist, ich es aber mangels erfahrung noch nicht einordnen kann, sowieso schon gar nicht. der bauer, den sie typisch weiblich umgarnte und auf ihre jugendliche, unbedachte und zweifelsfreie art einfach überging, fands wohl schmeichelhaft und sicher hat es ihm in seinem zustand gut getan, seinesgleichen, also echte schweizer, um sich zu haben. obwohl ich relativ viel - zumindest im gegensatz zum beginn meiner berner oberlandzeit verstehe, fühlke mich auch wohl, wenn ich nicht in den gesprächen eingebunden bin. zumal es ohnehin der - weltweit - übliche dorftratsch und männergerede ist: wer ist mit wem zusammen und weshalb und ganz wichtig: die zahlreichen selbstmorde in der gegend. das problem ist zwar überregional und wird gerade "anti-beworben" (sprich, es gibt eine große aufklärungskampagne, aber hier zählen natürlich die regionalen fälle. auch die todesanzeigen und dort - gleich nach den namen der verstorbenen - zählen die geburtsjahrgänge und dann schnelles kopfrechnen, um sicherzugehen, dass man die - unglaublich - schon um einge jahre überlebt hat. oder vielleicht ist auch ein wenig grusel vor dem eigenen ableben dabei, noch vielmehr wahrscheinlich die insgeheim ziemlich schreckliche angst vor der eigenen erkrankung. zurück zum alpleben. die tiere sind bei "meinem" bauern ja nachts draußen, tagsüber schön brav im stall angekettelt. ich könnte mir gut vorstellen, dass das an heißen tagen durcvhaus sinn ergibt, jetzt aber ist es ziemlich herbstlich und nunja, ich würde übertreiben, wenn sage, eisig, aber immerhin habe ich mir hier die indianerdecke übergeschoßt und die hunde sich zusammengerollt. wenn ich die hunde nicht wegen des anstehenden käsens und ihrer haarverlustigkeiten nur nachts in meinem kleinen dachkabuff haben dürfte (und das auch nur unter murren und dem wissen seitens meines bauern, dass ich bei verbot der gemeinsamen nachtruhe sofort zurück gewandert wäre. jedenfalls würde ich die hunde gern mitsamt meinem etwas erkältungsfühligen körper mit ans feuer nehmen, aber der regen hier draußen und das entfernte treychelgebimmel hat auch etwas und die hände lassen sich ab und an einem heißen orangentee wärmen. überhaupt erinnert mich das ganze innenambiente des hauses sehr an tibet und die dortigen feuerplätze, der geruch des verbrannten holzes, das allesineinemraumgekochte und abgestandene geruchsgemenge aus im angrenzenden stall stehenden tiere, des essens, der getränke (einschließlich des schnapses vom vorjahr) - all das (den schnaps ausgenommen und nicht weniger unangenehm als das hochprozentige und durch buttertee ersetzt) habe ich vieles von dem hiersigen schonmal erlebt. nur war es im himalaya um noch einiges kälter. besonders erinnere ich mich an den morgen im basecamp des mt everest und szenen, wo im morgengrauen eine nonne in ihrem dünnen leinengewand aus ihrem mageren schlafsack von einer pritzsche vor dem tempel (also sozusagen freiluftschlafplatz) angehumpelt kam, dieser schlafsack war so dünn, dass man selbst bei aldi für wenig geld eine sommervariante bis minus 5 grad bekäme und imme rnoch wärmer aufgehoben wäre. sprung zurück zu den tieren, die sicher nicht frieren, zumal der bauer hier oben nicht mehr mit der einstreu so geizt wie die tage vor dem immer wieder verschobenen aufzug (zügli, wie es hier heißt, wenn man "z'alp" geht). aber dafür grämt mich, dass die kleinsten nach dem wahnsinnsstress des transports (sie wurden einfdach zwischen die einjährigen und sehr rammdösigen und nicht weniger gestressten, nur eben sehr viel größeren tiere bugsiert und zwear sehr unsanft) - die kleinen müssen nun tag und nacht im stall dösen, morgens und abends bekommen sie ihre milch und ansonsten haben sie keinerlei auslauf, bewegungsmöglichkeit oder etwas annäherndes, auch für ein kälbchen von ein paar wochen wichtig. ich kann nur hoffen, dass sie nach der eingewöhnungsphase mit hinaus/hinunter an den berg dürfen, wo es den jungrindern gestern sichtliches vergnügen bereitete und sie zunächst ungläubig und bockbeinig umhersprangen - soviel freiheit nach einem jahr im laufstall! freiheit beim schlöafen habe ich übrigens hier kaum, im gegensatz zu meinem bequemen doppelbett im dorfhaushalt habe ich hier nur noch ein für alte tibeter gedachtes bauernbett - das ich obendrein noch mit dem wieder vom heimweh geplagten sky teile. und bei dem wort heimweh fällt mir der gestrige nachmittag und abend ein, nachdem gaby uns hier oben dankenswerterweise samt gepäck abgeladen hat, weilö wir sonst hätten hochtraben müssen, fiel zum ersten mal seit meiner abreise ein riesiger schatten über mein hier/Sein. plötzlich packte mich heimweh mit aller macht und inm,ittenm dieses postkartenidylls saß ich, umringt von der tröstlichen anwesenheit meiner familie (der hunde) und hätte weinen mögen. dummwerweise und das machte es noch schmerzhafter, hatte ich heimweh und mir wurde ziemlich deutlich, dass ich gar keinen ort/kein zuhause habe, nach dem ich mich sehnen könnte. das ist ja auch die crux mit den getriebenen, einerseits will ich keine vernatwortung, keinen besitz und kein micheinlassen/ weil loslassenmüssen ja auch wehtut und andrerseits ist da eben nirgendwo etwqas fürs alter (ja, ich weiß, klingt komisch, wird mir aber hier natürlich auch klarer, wenn ich sehe, wie wenig mein bauer sich mit seinem tatsächlichen zustand angefreundet oder wenigstens annähernd auseinandergesetzt hat) er scheint zu glauben, man fiele einfach eines tages totgearbeitet um - oder, um der wahrheit von außen betrachtet noch eins draufzusetzen: totgesoffen. immerhin war er gestern feinfühlig genug, dass er in den tagen vor dem aufzug nicht nru raubbau an sich, sondern auch an mir betrieben hat oder wenigstens hat er sich gestern abend in seiner erleichterung, dass nun (fast) alles hier oben gelandet ist und die sömmerungssaison ihren lauf nehmen kann, mir wieder freundliocher zugewandt als vorher. aber, wie sagt gaby so treffend: die leute müssen einen nicht mögen, sie müssen einen respektieren. nur: respekt kann ich mir nur erarbeiten, wenn ich weiß, was ich tue und das stellt mich hier oben fürs erste wieder zurück auf LOS (und ziehe keine 4000 franken ein). oder vielleicht liegt es nur an meinen denkfehlern, die mir immer wieder unterlaufen, denn die 4000 können ja das sein,w as mich hier umgibt. jede menge ausblicke, einblicke, zeit und "ruhe", vögel, berge, bücher, die hunde sowieso, die gewissheit, dass wir auch hier schon hilfe erfahren haben. 8.6.2012 regen, keine katzen, nur hunde und ein neues kalb, das ich mit fiona, der mutter und der hilfe eines nachbarn allein auf dieser, ihm nicht so freundlich gesonnenen welt begrüßt habe. ich habe es dora genannt, weil der bauer es donnerstag nennen wollte und ich finde, das ist kein mädchenname:=) nachdem nun der erste große krach besiegelt und beigelegt scheint, gehts hier wieder friedvoller zu. der bauer war/ist vewrgrätzt, weil trotz alpfütterung die kühe weniger milch und einige sogar schlechte milch geben. das ist nun aber nicht meine schuld, denn, wenn jemand darauf bestanden hat, die kühe richtig auszumelken, dann war nicht er das. vielmehr stand er oft genug mit der bierflasche und den kollegen in der stalltür und drängte aufs abnehmen der melkmaschine. mit dem wissen, dass ich vor 30 jahren eine melkerausbildung "genossen" habe und er auf 30 jahre erfahrung mit seinen kühen verwiesen kann, hab ich mich natürlich an seine ratschläge gehalten. wenn also jetzt die euter protestieren, weil sie zu oft nicht richtig geleert wurden, muss er mit mir keinen streit beginnen. die tage hier sind voller wechsel, das wetter macht interessante vorgaben: von jetzt auf gleich regen, dann sonne, dann regenbogen, nebelschwaden und schauer, die gegen die berge preschen und die kühe unter die waldgrenze treiben. wir sind ja tagsüber fast allein hier oben, der bauer bringt die milch ins tal und erledigt seine sonstigen tagesgeschäfte, während ich die käseregale vorbereite, die weiden freihalte, was mit einer heckenschere und den nachwachsenden fichten und den unmengen an erika gar nicht so einfach ist. die hunde genießen die ausflüge und als dora gestern geboren wurde, waren sie schon wie alte mutterkühe schnell zum trockenlecken herbeigeeilt, weil die das ja schon vom ersten kälbchen kannten. und dora hat es sicher gutgetan, wenn schon nicht von mama fiona - dann wenigstens von zwei wohlmeinenden, weil geschmacksorientierten hundeschnauzen begrüßt zu werden. die hunde fahren ziemlich auf die muttermilch fürs neugeborene ab - wie sie überhaupt jede gelegenheit nutzen, an milch heranzukommen. morgen ist eine talfahrt und damit gelegenheit zu einer großwaschaktion sowie geräteaufladen angesagt, wenn das stromtanken und duschen nicht locken würde, ich müsste nicht runter von unserm eremitenberg;=)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen